In Mitarbeiter investieren lohnt sich

Wer seine Kunden und Bewerber verstehen will, in deren Köpfen denken. Eine starke Ansage! Denn wie macht man das und wie geht’s Recruiting heute? Im Gespräch mit Mag. Melanie Preinfalk, Squadra Personalmanagement GmbH.

96% der Arbeitgeber gaben 2016 an, Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen mit geeigneten Bewerbern zu haben. Bei einigen bedroht der Fachkräftemangel bereits das Geschäft. So eine aktuelle Studie des Institute for Competitive Recruiting (ICR). Gute Bewerber zu finden und offene Stellen zu besetzen, wird auch 2017 die größte Herausforderung im Recruiting darstellen. Denn der Arbeitsmarkt hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert und die Anforderungen an Arbeitskräfte sind vielschichtiger geworden.

 

Illusionen nehmen, Visionen fördern

„Suchprofile beinhalten – zusätzlich zu gewünschten Qualifikationen – auch immer häufiger einschlägige Ausbildungen im jeweiligen Fachbereich, in dem der Mitarbeiter eingesetzt werden soll“, so Mag. Melanie Preinfalk, Head of Business Unit bei Squadra Personalmanagement GmbH. „Unternehmen suchen somit Mitarbeiter, die möglichst alles können – also die wohlbekannte 'eierlegende Wollmilchsau'. Dieses Wunschbild vor Augen, wird Recruiting zur Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Umgekehrt sehen wir uns mit Bewerbern konfrontiert, die sich entweder selbst unteroder maßlos überschätzen. Wir sehen es also in unserer Verantwortung als Personaldienstleister, einerseits Illusionen zu nehmen und andererseits Visionen zu fördern.“

 

Qualifizierungen ermöglichen

Als vorgelagertes Personalbüro fungiert die Squadra Personalmanagement GmbH daher als wichtiger Berater für Unternehmen und Bewerber. Preinfalk: „Zuhören ist das Um und Auf in unserer Branche. Meist sind es die leisen Töne zwischen den Zeilen, die entscheidend sind – sowohl auf Bewerber, als auch auf Kundenseite. Manchmal entspricht ein Bewerber auf den ersten Blick nicht dem Jobprofil des Kunden, bei näherer Betrachtung weist er jedoch genau jene Attribute auf, die die Lücken des Unternehmens schließen könnten.“ Stimmen die Grundbedingungen und -schwingungen, fehlt aber die eine oder andere Qualifikation, legt Squadra Unternehmen und Bewerbern nahe, diese in Form von Aus- und Weiterbildungen aufzuwiegen. „Mehr Offenheit und die Bereitschaft, in Mitarbeiter und deren Know-how zu investieren, wird künftig ausschlaggebend sein, um am Markt wettbewerbsfähig zu bleiben“, so Preinfalk weiter. „Durch den Sozial- und Weiterbildungsfonds (SWF), der seit Anfang 2017 auch für die Arbeitskräfteüberlassung im Angestelltenbereich gilt, stehen uns nun vielfältige Möglichkeiten zur Verfügung, um dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken und die Treffergenauigkeit im Recruiting zu erhöhen.“

 

Active Sourcing

In einigen Berufsgruppen, besonders aber in der IT, führt das reaktive Recruiting einfach nicht mehr zum Erfolg. Daher spielt besonders auch in diesem Jahr das Sourcing von Kandidaten eine wesentliche Rolle. Beim Active Sourcing geht die Initiative zur Besetzung eines Arbeitsplatzes vom Unternehmen bzw. vom Recruiter aus. Der Recruiting-Verantwortliche geht aktiv in die erste Kontaktaufnahme. Zahlreiche Online-Netzwerke und Social Media Plattformen unterstützen bereits diesen Trend. „Es wird im Personal-Recruiting zukünftig immer mehr darum gehen, die ausgeschriebenen Arbeitsstellen und das Unternehmen in attraktive Angebote zu fassen, die den potenziellen Mitarbeiter neugierig machen. Die Ansprache muss vollständig individuell sein – fernab von standardisierten Formulierungen – und auf die Person und persönliche Situation zugeschnitten. Unsere Erfahrung zeigt, dass sich Unternehmen mit dem Wandel im Recruiting schwer tun. Oftmals sind es eingefahrene Prozesse, die es in Unternehmen aufzubrechen gilt“, betont Preinfalk.

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